Diabetes als Wegbegleiter

Diabetes ist eine dramatische Zivilisationskrankheit. Allein in Deutschland sind mehrere Millionen Menschen in ärztlicher Behandlung und die Dunkelziffer ist erheblich. Experten gehen von über 8 Millionen Betroffenen aus. Das Unheilvolle dabei ist, daß Millionen Menschen nichts von dieser Zeitbombe wissen, die in ihrem Körper tickt. Die Gefäße werden angegriffen und schwerwiegende Erkrankungen sind die Folge: Amputation, Erblindung, Nierenversagen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Alle 19 Minuten wird in Europa auf Grund von Diabetes eine Amputation durchgeführt, wird ein Herfzinfarkt behandelt, geschieht alle 12 Minuten ein Schlaganfall, kommt es alle 90 Minuten zu einer Erblindung durch Netzhaut-Ablösung und alle 60 Minuten zu einer Nierenerkrankung mit Dialyse-Pflicht.

Stellen Sie sich vor, Sie sind 40...und haben das Herzrisiko eines 70-Jährigen.

Diabetes wird als Hauptgrund für Herzinfarkt und Schlaganfall immer noch unterschätzt. Hinter vier von fünf Herzinfarkten steckt als Ursache Diabetes mellitus. 40-jährige Diabetiker und 50-jährige Diabetikerinnen haben dasselbe Herzinfarktrisiko wie 70-jährige Nichtdiabetiker. Nach den Wechseljahren wendet sich die Risikolast zu Ungunsten der Frauen, da ihr Hormonschutz wegfällt: Allein die Herzinfarktrate der Diabetikerinnen liegt dann um das Sechsfache über der bei nichtdiabetischen Frauen.

Die Gründe: Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, die über kurz oder lang zur "Gefäßverkalkung" führen, wirken sich bei Menschen mit erblicher Diabetes-Veranlagung besonders verheerend aus: Die Arteriosklerose beschleunigt sich rapide und der arteriosklerotische GAU speziell der Herzgefäße ist der Herzinfarkt.

Herzkranzgefäßverkalkung und Zuckerkrankheit: der Tod kommt auf leisen Sohlen….

Etwa 20 % der Herzinfarkte gehen ohne Schmerzen oder sonstige spürbare Beschwerden oder Vorboten einher. Vor allem für langjährige Diabetiker ist dies typisch. Sie leiden neben der Gefäßzerstörung auch an einer Neuropathie, einer gefährlichen Schädigung der Nerven. Aber auch ein „stummer“ Herzinfarkt kann dramatische und lebensbedrohliche Gefahren bergen: trotz Schädigung des Herzmuskels bleiben notwendige Maßnahmen bzw. eine angemessene Akutbehandlung aus, Risikofaktoren werden nicht eingestellt, die Gefahr eines Zweit-Infarktes steigt.

Je schneller, desto besser

Nutzen Sie die von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Behandeln Sie konsequent ihre Risikofaktoren und Sie werden Ihre Lebensqualität vervielfachen. Sprechen Sie mit den Spezialisten des Herzinfarktverbundes u./o fragen Sie Ihren behandelnden Arzt.