Was bedeutet der Begriff der koronaren Herzkrankheit (KHK)?

Der koronaren Herzerkrankung liegen Veränderungen durch Gefäßverkalkung, die zu Verengungen und Verschlüssen in den Herzkranzgefäßen führen, zugrunde. Die Herzkranzgefäße sorgen für die Durchblutung des Herzmuskels. Die Ablagerungen entstehen im Verlauf von Jahren und werden durch verschiedene Risikofaktoren beeinflusst.

Wie kommt es zu Blutgerinnseln in den Kranzgefäßen?

Blutgerinnsel entstehen in erster Linie in "verkalkten" Gefäßen (Atherosklerose). Dabei kommt es zu krankhaften Veränderungen der Arterien durch Fetteinlagerungen, Verhärtungen und Verkalkungen (Plaque) in den Gefäßwänden. Der Vorgang zieht sich meistens über Jahre und Jahrzehnte hin, ohne dass irgendwelche Anzeichen auf die durch Ablagerungen verengten Gefäße hindeuten. Bemerkbar macht sich dies meist erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn durch die Zunahme der Einengung (Stenose) der Durchfluss des Blutes immer mehr reduziert wird oder das Gefäß - meist durch ein zusätzliches Blutgerinnsel (Thrombus) - überhaupt verschlossen wird.

Je nachdem, welches Gefäß betroffen ist, kann es zu Herzinfarkt, Schlaganfall (CAVK) oder Durchblutungsstörungen an den Extremitäten (PAVK) bzw. den inneren Organen kommen. Als koronare Herzkrankheit (KHK) wird das Auftreten von Verengungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße bezeichnet, welches vom Patienten oft als Brustenge, Ziehen, Brennen oder Stechen im Brustkorb (Angina pectoris) empfunden wird.

Welche Möglichkeiten der Früherkennung einer koronaren Herzerkrankung und eines drohenden Herzinfarktes gibt es?

Wichtig ist die Erkennung der Risikofaktoren, die zu den Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen. Dieses kann im Rahmen eines Gesprächs beim Hausarzt oder Kardiologen ermittelt werden. Weiterhin ist wichtig zu klären, ob bereits eine entsprechende Beschwerde-Symptomatik wie eine Angina pectoris besteht. Durch ergänzende apparative Untersuchungen wie EKG, Belastungs-EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens beim Kardiologen lässt sich dann die Diagnose weiter klären. Wenn der dringende Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung besteht und die Beschwerde-Symptomatik durch entsprechende Lebensumstellungen und Medikamente nicht beherrschbar ist, kommt die zusätzliche Herzkatheter-Untersuchung in Frage.

Lässt sich eine koronare Herzkrankheit operieren?

Ja, entweder durch Erweiterung des verstopften Gefäßes oder - wenn mehrere Gefäße betroffen sind - durch eine Bypassoperation.

Sind Frauen seltener von der koronaren Herzerkrankung und dem Herzinfarkt betroffen als Männer?

Nein. Der Herzinfarkt tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Allerdings tritt er im Vergleich zu den Männern bei Frauen eher im höheren Lebensalter auf, insbesondere nach den Wechseljahren.

Was ist eine Angina pectoris?

Die Angina pectoris ist ein mögliches Symptom einer koronaren Herzerkrankung. Sie äußert sich als ein Enge-Gefühl im Brustkorb, welches in die Arme ausstrahlen kann, vornehmlich in den linken Arm, aber auch in den rechten Arm, in den Oberbauch und in den Rücken sowie in den Hals und in die Zähne.
Sie tritt anfangs oft erst unter starken Belastungen auf. Starke Belastungen stellen zum Beispiel schwere körperliche Arbeit, insbesondere das Arbeiten nach dem Essen. Je geringer die Belastung ist, bei der Angina Pectoris ausgelöst wird, desto ernster sind die Beschwerden zu werten. Grundsätzlich sollte jeder Patient mit Angina Pectoris ärztlich untersucht werden.

Wie äußert sich eine Angina pectoris?

Die typischen Symptome der koronaren Herzkrankheit treten meist sehr spät auf (die Koronargefäße sind schon stark verengt):

  • brennende Schmerzen im Brustkorb: hinter dem Brustbein, sie können in die linke Schulter-Arm-Hand-Region bzw. in die Hals-Unterkiefer-Region, in den Oberbauch sowie in den Rücken ausstrahlen
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Angstgefühl
  • Schweißausbruch, Übelkeit
  • Dauer: Sekunden bis Minuten

Während beim Mann typischerweise Beschwerden hinter dem Brustbein bzw. in der linken Schulter-Arm-Hand-Region auftreten, sind bei der Frau oftmals Schmerzen in der Hals-Unterkiefer-, Oberbauch-, Schulter-Region, verbunden mit Übelkeit und Erbrechen vorhanden.

Angina-pectoris-Beschwerden treten eher bei körperlicher und/oder psychischer Belastung sowie bei Kälte auf. Durch Rasten, Stehenbleiben bzw. durch Nitroglyzerin (Spray oder Kapseln) bessern sich die Beschwerden meist nach einigen Minuten.
Bei der Angina pectoris unterscheidet man die stabile Form (über Monate gleich bleibende Schmerzen unter Belastung - z.B. Treppensteigen, Tragen von Einkaufstaschen, Stress) und die instabile Form (Schmerzen auch in Ruhe, erstmaliges Auftreten oder Verschlechterung der Symptome). Während stabile Beschwerden oftmals allein durch Medikamenten-Einnahme gut behandelt werden können, ist bei der instabilen Form eine rasche Krankenhaus-Einweisung angezeigt. Es kann sich um einen Herzlinfarkt handeln.

Eine koronare Herzkrankheit kann sich aber auch in atypischen Symptomen äußern. Diese sind bei Frauen häufiger und können sich unter anderem als Schmerz in Ruhe, bzw. bei psychischen Belastungen bemerkbar machen.