Risiko: Bluthochdruck

Der Blutdruck – nichts geheimnisvolles…

Der Organismus wird über das Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Arterien (Schlagadern) leiten das sauerstoffreiche Blut zu den entsprechenden Organen (Muskulatur, Gehirn, innere Organe, Haut, etc.). Die Venen transportieren das sauerstoffarme Blut zurück zum Herz und zu den "Entgiftungsstationen" (z.B. Leber). Der Kreislauf des Blutes wird durch das Herz als Pumpe aufrechterhalten.

Der Druck des strömenden Blutes auf die Arterienwände wird als arterieller Blutdruck bezeichnet. Der systolische Druck oder Blutdruck-Oberwert entsteht während der Pumpphase (Zusammenziehen) des Herzmuskels mit steigendem Druck im geschlossenen Kreislaufsystem (das Blut wird in die Blutgefäße gedrückt). In der Entspannungsphase des Herzmuskels füllt sich das Herz wieder mit Blut, das führt zum diastolischen Druck oder Blutdruck-Unterwert.

Wann spricht man vom Bluthochdruck?

Der Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Kreislauferkrankung, bei der in den Blutgefäßen ein erhöhter Druck herrscht.

optimaler Blutdruck < 120 / 80 mmHg
"noch" normaler Blutdruck 120 - 139 / 80 - 89 mmHg
Bluthochdruck >= 140 / 90 mmHg

Sind bei mehreren Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen die Blutdruckwerte in Ruhe über den Grenzwerten, liegt Bluthochdruck vor. Dabei reicht es, wenn nur einer der beiden Werte erhöht ist.

Was sind die Ursachen für einen Bluthochdruck?

Die Ursache für zu hohen Blutdruck ist weitgehend unbekannt. Die Faktoren, die hohen Blutdruck begünstigen können, sind: Familiäre Veranlagung, Übergewicht, falsche Ernährung, Nikotin, Alkohol, Bewegungsarmut, Streß. In Deutschland leidet jeder vierte Erwachsene an hohem Blutdruck. Die möglichen Spätfolgen sind Herz- und Kreislaufprobleme bis zum Schlaganfall.

Was macht den Blutdruck so gefährlich?

Meist fallen Krankheiten dadurch auf, dass sie Beschwerden (z.B. Schmerzen) auslösen. Von einem zu hohen Blutdruck jedoch merken Sie zunächst häufig nichts (ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit). Dennoch schädigt der andauernd hohe Druck in den Arterien sowohl das Herz wie auch die Gefäße. Es entwickelt sich eine Gefäßwandverkalkung, -verhärtung und -verengung (sogenannte Arteriosklerose). Dadurch werden auf längere Sicht vor allem Gehirn (im Sinne einer Hirnleistungsstörung durch viele kleine Schlaganfälle), Niere (Nierenversagen), Herz (Herzkranzgefäßerkrankung, koronare Herzerkrankung = KHK) und auch die Augen geschädigt.

Neben der Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen kommt es dann meist auch noch zu einer krankhaften Vergrößerung der linken Herzhälfte (Hypertrophie), da diese ständig gegen den hohen Druck im Körperkreislauf anpumpen muss. Beide Faktoren zusammen führen auf die Dauer zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Umso schlimmer, wenn andere Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel) dazu kommen.

Große Studien (z.B. die UKPDS-Sudie) haben hinsichtlich der Risiken eines Bluthochdruckes  wichtige Informationen geliefert:

So war z.B. ein nur um 10 mmHg niedrigerer systolischer Blutdruck verbunden mit

  • einem um 11% verringerten Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden
  • einem um 17% verringerten Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden
  • einer 15%-igen Verminderung des Risikos einer Herzmuskelschwäche  

Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer eins!

Der größte Feind der Blutgefäße ist der hohe Blutdruck. Man schätzt, dass nur die Hälfte aller Betroffenen von ihrer Erkrankung weiß und dass sich von diesen wiederum nur die Hälfte behandeln lässt, weil ein erhöhter Blutdruck oft als eine Bagatelle-Erkrankung ohne weitere Konsequenzen betrachtet wird. Doch dies ist ein fataler Irrtum. Ein erhöhter Blutdruck ist aufgrund der lebensbedrohlichen Komplikationen in jedem Fall behandlungsbedürftig. Deshalb sollte jeder seinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren, z.B. in der Apotheke oder mit einem Selbstmessgerät.