Wie entsteht ein Herzinfarkt

Das Herz (cor) ist ein Hochleistungsmotor, das den Körper mit Blut (Sauerstoff und Energie) versorgt. Dieser Motor muss aber selber gut versorgt werden und zwar durch die Herzkranzarterien (Koronargefäße). Die Herzkranzarterien werden durch den hohen, niemals pausierenden Fluß und die mechanische Bewegung des Herzens stark belastet.

Durch die Arteriosklerose kommt es zu Gefäßverkalkung mit Gefäßablagerungen (den Plaques). Dies ist ein kontinuierlicher Prozess, der in jedem von uns von der Geburt, bis zum Tode stattfindet, aber in jedem von uns in unterschiedlicher Ausprägung. Verantwortlich für die unterschiedliche Ausprägung sind die so genannten Risikofaktoren. Es gibt unbeeinflussbare Risikofaktoren, wie die von den Eltern ererbten Gene, Alter und Geschlecht sowie beeinflussbare Risikofaktoren, wie Rauchen, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Zucker (Diabetes mellitus), Blutfetterhöhung (Hypercholesterinämie), Stress und Übergewicht. Wir leben heutzutage in einem künstlichen Medium, das die Natur nicht für uns vorgesehen hat und ernähren/bewegen und falsch (Lebensstiländerung).

Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt)  wird durch einen plötzlichen Verschluss einer Herzkranzarterie verursacht. Der Verschluss kommt entweder durch Engstellen im Gefäß (Stenosen) zustande, die sich verschließen oder häufiger durch das Aufreißen einer Gefäßablagerung (Plaqueruptur). Die Ablagerung besteht aus einem „Fettsee“ (Lipidkern) und einer verkalkten Kappe. Reißt diese Kappe ein, so ergießt sich der Lipidsee, der über Jahrzehnte entstanden ist,  in das Gefäß. Die Blutplättchen (Thrombozyten) denken, dass das Gefäß gerissen ist und vernetzen sich zu einem Blutgerinnsel (Thrombus), was leider zumeist zu einem Gefäßverschluss führt.

Durch einen schlechten Blutfluss aufgrund von Engstellen oder Gerinnseln kommt es durch die entstehende Minderdurchblutung (Ischämie) des Herzmuskels zu Schwächegefühl und Herzschmerzen (Angina pectoris). Deshalb muss man Herzschmerzen immer als Warnzeichen interpretieren und sofort handeln. Bei Gefäßablagerungen, die das Gefäß verengen spricht man von der „koronaren Herzerkrankung“ (KHK), diese führt zum Herzinfarkt.

Wird das Gefäß durch eine Plaqueruptur gar verschlossen kommt es zum Gewebetod (Nekrose). Da jedes Gebiet im Herzmuskel immer nur von einem Gefäß durchblutet wird (Territorialgebiet), wird das nicht mehr vom Blut durchströmte Gebiet von der Sauerstoff- und Energieversorgung abgeschnitten.

Dieser Gewebetod wird als Herzinfarkt bezeichnet. Dieser Prozess ist nach einiger Zeit nicht mehr umkehrbar (irreversibel), darum muss man beim Herzinfarkt schnell versuchen innerhalb der ersten Minuten/Stunden das Gefäß wieder zu eröffnen. Durch den Gewebetod werden Substanzen aus den Zellen freigesetzt, die man im Blut nachweisen kann (Herzmarker /-enzyme) und es enstehen EKG-Veränderungen (ST-Strecken-Hebungen).  Nach dem Gewebetod entsteht eine Narbe, die zum einen nicht mehr an der Pumpfunktion des Herzens teilnimmt (Herzinsuffizienz), zum anderen zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann.

Der Herzinfarkt ist also ein plötzlich auftretender Herzgewebetod, durch einen Gefäßverschluss (aufgrund eines Gerinnsels), der durch den Einriss einer über Jahrzehnte gebildeten Gefäßablagerung entsteht.